Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern

Artelshofen - St. Jakobuskirche

Schulanger 2

Öffnungszeiten

Montag bis Samstag 10.00 bis 17.30 Uhr
Sonntag von 9.00 bis 17.00 Uhr

Zur Kirche

Eine über 1000jährige Geschichte
Im Jahre 976 stiftete die baierische Herzogswitwe Wiltrudis dem Frauenkonvent von Bergen bei Neuburg an der Donau u.a. auch das Ausstattungsgut Artelshofen. Das geschah also vor über 1000 Jahren. Funde und Ausgrabungen aus vorgeschichtlicher Zeit weisen allerdings auf eine schon frühere Besiedlung hin.

Die Pegnitz war bis in die neue Zeit ihr Schicksal
Sie bildete viele Jahrhunderte die Grenze der Bistümer Eichstätt und Bamberg. Ober- und Unterartelshofen genau so wie Enzendorf waren in Ortsteilen jeweils rechts oder links der Pegnitz gelegen. Unsere einstige Mutterpfarrei Kirchensittenbach beanspruchte ihre Zuständigkeit für die Gemeindeteile rechts der Pegnitz. In den späteren Jahren beanspruchte Vorra das Pfarrrecht für Oberartelshofen und "Ober"-Enzendorf. Erst in neuester Zeit 1922 und 1963 wurde nach vielem Hin und Her eine einheitliche Kirchengemeinde Artelshofen geschaffen. Die Kirchengemeinde Alfalter und Düsselbach war schon viele Jahre von Artelshofen mitbetreut.

Die Pfarrei vor und nach der Reformation
Erste Erwähnung findet die Pfarrei in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts. Ein Herr von Riesenbach, der den Herrensitz in Artelshofen inne hatte, stiftete eine "Frühmesse" und setzte dafür einen "Caplan" oder "Frühmessner" ein. Lange Streitigkeiten um den Frühmessner entwickelten sich zwei Jahrhunderte lang. Erst als der Rat der Stadt Nürnberg dem Gutsbesitzer Lazarus Harsdörfer (1576) das sogenannte Patronatsrecht übertrug, fanden diese Streitigkeiten ein Ende.
Im Zessionsbrief stand "Desselbig Priester, der jedes mal zu Artelshofen sein würde soll auch neben der Kirche zu Artelshofen die Kirche zu Alfalter einen Feiertag um den andern dort Predigen und Singen und Kinder taufen und andere hochwürdige Sakramente, Versehung der Kranken und die christliche Lehre, außerhalb und innerhalb der Kirche pflegen."
Als unsere Gegend 1504 an das Landgebiet der Reichsstadt Nürnberg fiel und dort in den 20er Jahren die Reformation Einzug fand, trat der damalige Pfarrer Konrad Maier zum evangelischen Glauben über. Seitdem gehört unsere Gemeinde dem evang.-luth. Glauben an. Die allerersten Matrikelbücher reichen bis ins Jahr 1554 zurück.


Die Kirche St. Jakobus ein verstecktes aber köstliches Kleinod
Vermutlich bestand schon sehr frühzeitig eine Kapelle. Es war, wie eine Federzeichnung um 1620 ausweist, ein spätgotisches Bauwerk. Es war aber im Laufe der Jahre sehr baufällig geworden. Erst als 1576 Lazarus Harsdörfer das Kirchenpatronat mit allen Rechten und Pflichten übernahm, war die Erbauung einer Kirche und eines Pfarrhauses gesichert. Mit Hilfe einer weihin ausgeschriebenen Kollekte (sogar aus Augsburg, Kiel und Hamburg kamen Gaben), natürlich auch von Spenden der eigenen Gemeinde, konnte 1709 mit einem völligen Neubau begonnen werden. 1710 wurde die Kirche mit einer Predigt des Pfarrers Johann Lorenz Wilfer eingeweiht. Der Baumeister Mösel lieferte den Grundriß. Die Maurer-, Zimmerer-, Glaser- und Malerarbeiten wurden von Handwerksmeistern aus Hersbruck, Velden und Nürnberg ausgeführt. Im Laufe der Zeit musste die Kirche natürlich immer wieder renoviert werden. Die letzten Instandsetzungen erfolgten in den 60er und 70er Jahren.

Man muss unser Kirchlein jedoch erst suchen, um es besichtigen zu können. Neben dem Schloß, hinter dem Pfarrhaus und der einstigen Schule versteckt,liegt das schmucke Kirchlein. Über der Eingangstür im Westen ist das Tetzelwappen angebracht. Das einschiffige Gotteshaus wird durch einen Rundbogen vom Chor getrennt. In der Mitte des Rundbogens ist die Inschrift "Soli deo Gloria 1709" zu sehen.

Die Stukkaturen sind formschöne Barockarbeiten des Italieners Donato Polli. Die Bilder Christi Himmelfahrt in der Decke des Mittelschiffes, sowie der sogenannte Gnadenstuhl mit den 4 Evangelisten im Chorraum werden von Stuckprofilleisten begrenzt. Dazwischen befinden sich schwere Blatt- und Blumengehänge. Der Hauptaltar ist ein barockes Bauwerk des Bildhauers Leonhard Bronig aus Wöhrd. Die seitlichen Pilaster sind mit vergoldeten Früchten und Blumengehängen versehen. Jetzt ist an Stelle des wertvollen einstigen Annenaltars (jetzt im Bayerischen Nationalmuseum in München zu sehen) eine Kopie der Grablegung Christi von Rafael zu sehen.

Erwähnenswert und auffallend formschön ist die Herrschaftsempore mit einem aus fein geschnitzten Akanthuslaub durchbrochenem Holzgitter mit einem darüberliegenden Holzschuherwappen. In der Mitte des Chorraums über dem Altar befindet sich in einer Kartusche das Allianzwappen der Tetzel und Tucher. Daneben finden sich eine Reihe weiterer Wappen von Nürnberger Patriziergeschlechtern in Glasfenstern im Chorraum und dem Kirchenschiff.

Die heitere aufgelöste Atmosphäre des ganzen Kirchenraums vermittelt dem Besucher den Eindruck, Mitglied einer Gottesfamilie zu sein, die hier ihre himmlische Heimat finden kann.








Sonstiges

Sie sind unterwegs im Pegnitztal?
Wer im Pegnitztal unterwegs ist, der kann ein neues Zeitgefühl erleben, dessen Takt vom Wanderstock vorgegeben wird oder - für den, der´s zügiger mag - vom Surren der Fahrradreifen.
Ob per pedes oder Pedale: Jedes Jahr werden Besucher von der Schönheit des Pegnitztals angezogen. Wobei nicht nur einer, sondern gleich viele Wege nach Arteslhofen führen. Versteckt, hineingeduckt zwischen hohe Tannen und Schloss der Patronatsfamilie Bischoff, finden die Wanderer das Kirchlein.
Möge unser schönes Kirchlein und der stille, etwas versteckte Platz des Brunnens viele Menschen zum Verweilen einladen, um dann neu gestärkt mit guten Gedanken, sich hoffnungsvoll auf den Weg zu machen.
Es lohnt sich, hoffnungsvoll zu sein. Es gibt eine Menge Dinge zu entdecken, um wieder heil und ganz zu werden. Machen Sie sich auf den Weg. Einen zeigt Ihnen
Jakobus.

Kontakt

Evangelisches Pfarramt Artelshofen
Schulanger 2
91247 Vorra-Artelshofen
Tel.: 09152/8136
E-Mail: Pfarramt-Artelshofen@web.de

Internetauftritt:www.e-kirche.de/Gemeinde-Artelshofen

Ansprechpartner:
Ursula Kronenberg, Pfarrerin
Richard Sperber, Vertrauensmann des Kirchenvorstandes